YogaLifepath
 

Das hier ist einfach eine kleine Sammelstelle von Gedanken/Erkenntnissen/Prozessen - ohne Wahrheitsanspruch - ein Blog eben :)


04.06.2026 Vom Leben auf der Straße, Lebensnahem "echtem" Leben, Urvertrauen, Leben im Moment, Güte und Menschlichkeit 

Während meiner ersten Sinnkrise 2020 hatte ich einmal den Gedanken, dass Menschen die auf der Straße leben etwas haben, etwas begriffen haben/erleben, dass der Mensch der in seinem Hamsterrad ist nicht hat - seit dem wollte ich das erleben, aber ich hatte nie den Mut, meine Konditionierung, mein Sicherheitsbedürfnis/Planen, hat mich nie ganz los gelassen, was mir den Schritt in s unermessliche Vertrauen genommen hat - mein Kopf denkt: Wie kann ich denn wirklich Vertrauen erfahren, wenn ich immer alles planen/kontrollieren/wissen will? Vertrauen kann es doch nur geben, wenn ich meine Vorstellung abgebe, und vertraue, dass das Leben das richtige bringt? 
Anfang April bin ich dann meinen ersten Schritt in diese Richtung gegangen - ohne genau zu wissen was, einfach meinem Herzen, meiner Intuition/Inneren Wahrnehmung gefolgt - die meinte " in Köln gibt's Möglichkeiten, da wartet was auf dich. Es war dann auf einfach Stimmig, bei einer Freundin einzuziehen, bekannte Yoginies in Ihren Studios in Köln zu unterstützen und fühlte sich erstmal sicher und save an - das Leben war besser geworden. Dann wollte meine Freundin Ihre Wohnung wieder für sich alleine - voll verständlich, aber ich hatte keine alternative die für mich in Frage kam - Hostel? Selber was mieten? Bei Freunden auf der Coach unter kommen? Für mich alles Übergangslösungen, denn ich hatte das alles schon - ist nicht das, wie ich leben will - da springt der innere Teil in mir auf - der Minimalist, der der schon so lange nichts mehr haben möchte - jetzt ist die Chance, das Leben schenkt mir die Möglichkeit endlich in s Vertrauen zu gehen - meine eigenen Grenzen zu sprengen - raus, keinen Rückzugsort, mein Rucksack, mein Fahrrad und Ich, keine Übernachtungsmöglichkeit, kein Plan - außer einige Schichten beim Getränke ausliefern und Yoga unterrichten. Pure Angst - Wo schlafe ich? Wie überlebe ich? Habe ich alles?....

Was habe ich bisher erlebt?

- Momente am Lagerfeuer/Natur, die ich sonst nicht gehabt hätte 

- Mehr Selbstvertrauen/Selbstannahme, weniger Scham/Angst - alles was ich mache dient plötzlich dem überleben, da geht s nicht mehr darum, was andere von mir denken - ich muss mich komplett hingeben 

- fühle mich wohler im Kontakt zu Menschen - weniger geistig 

- Magie kann sich entfalten, weil ich nicht mehr nach Hause hetze - es gibt ja kein zuhause, es ist da wo ich bin - ich kann Bahnen verpassen, weil es mir irgendwo gefällt, dadurch zb. von den Krishnadevotees in den Tempel zum schlafen eingeladen werden, zum ersten Mal Straßenmusik machen - und dafür Geld bekommen

- Weiß eine Waschmaschine/Dusche anders schätzen - wer nur in einem Bach badet stinkt - was für die Arbeit anstrengend sein kann.. 



16.01.2026 Heilung - Entdeckung der Schönheit und Kraft in Schattenanteilen (verletzten, vermeintlich negativen Anteilen)

Heute morgen wurde ich mich einem depressiven Anteil in mir gewahr der sehr lebensverneinend ist. Er hat sich als Gefühl, vor meinem inneren Auge auch als ein in sich zusammengekrümmter Anteil gezeigt. Anstatt ihn zu analysieren, oder lösen zu wollen, hat das Unterbewusstsein, das unsere Themen in Symboliken löst - eine tiefere, Mystische Ebene, die in Trancezuständen zugänglich wird, dieses Bild mit einem Samen verknüpft. Ein Samen, der tief in der Dunkelheit verborgen liegt und langsam zu der starken, schönen Pflanz heranwächst, wofür zu sein er hier ist. So konnte ich innerlich erleben, wie diese vermeintliche Verletzung in Wahrheit eine unfassbare Kraft in sich trägt, eine Geschenk, etwas wachsen zu lassen, das wunderschön ist, das ganze sein veredelt, das ohne Samen - ohne Verletzung - nie da sein könnte. Egal welche Art von Pflanze daraus erwächst - ein großer Baum, eine Sonnenblume, oder Dornengestrüpp, alles hat seine eigene Schönheit, Kraft, Zweck und Daseinsberechtigung.
Eine wundervolle Symbolik die uns erlauben kann, die Kraft und Schönheit die in abgelehnten/negativen Anteilen liegt zu erkennen. Die Arbeit mit dem Unterbewusstsein ist ein unfassbares Geschenk, es kennt Lösungen und Wege mit unserem inneren Umzugehen, die wir aus dem rationalen Denken nicht verstehen können - es gleicht Magie. Mein Geist möchte Probleme oft mit seinem Denken lösen - das funktioniert bei rationalen Dingen (logisches Denken..), dafür ist er gemacht, aber wenn es um mein Innenleben, tiefere Lebensfragen, Heilung und Transformation geht, kreist er oft in endlosen Irrschleifen, die selten irgendwohin geführt haben. Hier hilft es, in Zustände außerhalb des rationalen Denkens zu fallen, wo das Unterbewusstsein - eine Ebene die Außerhalb des Problems ist - aus einer übergeordneten Perspektive auf seine Art Lösung bringen kann. 


16.12.2025 - Moderne Spiritualität - ein Freifahrtschein zum machen was du willst? Von modernen Selbstverwirklichungsansichten, Triggern und Mitgefühl

Ausleben und machen wonach dir gerade ist, denn, wenn es jemand anderem Schmerz zufügt, dann ist das ja nur sein Thema, was er noch nicht erlöst hat vs. das Mitgefühl, was in allen Religionen und heiligen Schriften an oberster Stelle steht - "Behandle deine Mitmenschen wie du selbst behandelt werden möchtest", "Füge anderen Menschen kein Leid zu" - Ein Apell, mich vom egozentrierten/spirituell begründeten rücksichtslosen Verhalten hin zum Mitgefühl - zu einem "Bewahrer" zu wandeln.

Ich beobachte immer wieder, dass in der spirituellen Scene, wenn es jemandem mit einer Situation nicht gut geht, gesagt wird, "das ist sein Trigger ", und damit ist es sein Problem, ich muss mich deswegen ja nicht einschränken, es geht ja nur darum, dass ich mich komplett in meinem "Sein" verwirklichen kann - was oft bedeutet, "ich will einfach machen wonach mir gerade ist, meine Energie fließen lassen, mich gut fühlen."
Schon das neumodische Wort Trigger, scheint mir eine Entschuldigung dafür zu sein, nicht mitfühlend zu sein. In mir assoziiere ich dieses Wort nicht mit Mitgefühl, eher, "da hat jemand ein Problem" das muss der selbst lösen. Je mehr ich darüber nachdenke, scheint mir das allerdings nicht der optimale Umgang damit. Mir kam folgende Metapher:

Stell dir einmal vor, du sitzt mit Menschen zusammen am Tisch, einer hat eine offene Wunde am Arm, und jemand fängt an Salz in diese Wunde zu streuen (im Optimalfall natürlich aus versehen..). Der betroffene fängt an zu schreien, es brennt. Natürlich würden alle alles daran geben, dass nicht weiter Salz in die Wunde gestreut wird, dass die Wunde richtig umsorgt wird, eine Umgebung geschaffen wird, in der es der Wunde gut geht - außer die Menschen wollen die Person loswerden/ihr schaden. Was passiert denn dann? Die Wunde verheilt, und ist nicht mehr empfindlich - von hier, ist es komplett egal, wenn mal wieder Salz auf die betroffene Stelle gestreut wird - es brennt nicht mehr, es ist geheilt. Das ist das Geschenk von Rücksichtnahme/Mitgefühl, es ermöglicht uns allen miteinander in Harmonie zu sein.
Die offene Wunde steht natürlich für eine Verletzung in uns, das was uns triggert, ist das Salz was hineingegeben wird. 

Wenn jemand am Tisch sitzt und "getriggert" ist, dann ist das, als hätte er eine Wunde, in die in diesem Moment Salz gestreut wird. Bemerken wir, dass hier jemand leidet, weil hier gerade am Tisch in eine blutige offene Wunde Salz gestreut wird (kann man sich wirklich genau so vorstellen), was mache ich denn dann? Ich höre natürlich auf weiter Salz in die Wunde zu streuen, das heilt ja die Wunde nicht, das verursacht nur noch mehr Schmerz. Was heilt die Wunde? Wenn wir uns dieser Wunde behutsam und liebevoll zuwenden uns um sie Sorgen, ihr geben was Sie braucht, anstatt Sie weiter mit Unrat zuzuschütten. Das entspricht auch allen Spirituellen Lehren „du sollst kein Leid zufügen“ - keine Lehre auf der Welt sagt "Sei die Person, die alle verletzt/triggert, und rede dir ein, dadurch vollbringst du Gottes Werk". Auf den Trigger übertragen würde das bedeuten, dass ich immer mehr Gewahrsein darüber kultivieren möchte, ob ich jemandem gerade Salz in eine Wunde streue. Mich erinnern, Sie heilt nicht, indem ich weiter mit diesem Verhalten fortfahre. Sie heilt, wenn ich mich angemessen um Sie kümmere – Sie anerkenne, Ihr Raum gebe. Das heißt nicht, dass ich oder jemand gezwungen wäre sich dauerhaft anders zu verhalten, wenn die Wunde einmal richtig anerkannt wurde, dann kann es ja nicht mehr triggern.
Die Grundlegende Frage über die ich reflektiere ist mehr: Welcher Umgang ist wirklich erstrebenswert? Mein eigenes Zeug einfach durchziehen, ohne Rücksicht, oder Mitgefühl? Möchte ich jemand sein, der zur Heilung beiträgt, oder folge ich anderen Überzeugungen, die eine Wunde mehr brennen lassen?
Aus diesem Gedanken sind für mich zwei mögliche Wege entstanden: 


1. Den Weg der Zerstörers
Der sein Ding durchzieht, ohne Rücksicht auf andere, damit Menschen enttäuscht, sie schmerzhaft dazu zwing, sich von der Suche nach Sicherheit im Außen zu lösen, die einzige Sicherheit in sich zu finden. Hilft sicher spirituell, aber scheint irgendwie nicht wirklich Vertrauen in die Beziehung zu bringen.

2. Der Weg des Bewahrers
Der Rücksicht auf andere nimmt, den Thematiken seine Präsenz schenkt, bis Sie geheilt sind. Hier scheint mir Wachstum möglich, während eine Beziehung bewahrt bleibt.