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16.01.2026 Heilung - Entdeckung der Schönheit und Kraft in Schattenanteilen (verletzten, vermeintlich negativen Anteilen)
Heute morgen wurde ich mich einem depressiven Anteil in mir gewahr der sehr lebensverneinend ist. Er hat sich als Gefühl, vor meinem inneren Auge auch als ein in sich zusammengekrümmter Anteil gezeigt. Anstatt ihn zu analysieren, oder lösen zu wollen, hat das Unterbewusstsein, das unsere Themen in Symboliken löst - eine tiefere, Mystische Ebene, die in Trancezuständen zugänglich wird, dieses Bild mit einem Samen verknüpft. Ein Samen, der tief in der Dunkelheit verborgen liegt und langsam zu der starken, schönen Pflanz heranwächst, wofür zu sein er hier ist. So konnte ich innerlich erleben, wie diese vermeintliche Verletzung in Wahrheit eine unfassbare Kraft in sich trägt, eine Geschenk, etwas wachsen zu lassen, das wunderschön ist, das ganze sein veredelt, das ohne Samen - ohne Verletzung - nie da sein könnte. Egal welche Art von Pflanze daraus erwächst - ein großer Baum, eine Sonnenblume, oder Dornengestrüpp, alles hat seine eigene Schönheit, Kraft, Zweck und Daseinsberechtigung.
Eine wundervolle Symbolik die uns erlauben kann, die Kraft und Schönheit die in abgelehnten/negativen Anteilen liegt zu erkennen. Die Arbeit mit dem Unterbewusstsein ist ein unfassbares Geschenk, es kennt Lösungen und Wege mit unserem inneren Umzugehen, die wir aus dem rationalen Denken nicht verstehen können - es gleicht Magie. Mein Geist möchte Probleme oft mit seinem Denken lösen - das funktioniert bei rationalen Dingen (logisches Denken..), dafür ist er gemacht, aber wenn es um mein Innenleben, tiefere Lebensfragen, Heilung und Transformation geht, kreist er oft in endlosen Irrschleifen, die selten irgendwohin geführt haben. Hier hilft es, in Zustände außerhalb des rationalen Denkens zu fallen, wo das Unterbewusstsein - eine Ebene die Außerhalb des Problems ist - aus einer übergeordneten Perspektive auf seine Art Lösung bringen kann. 


16.12.2025 - Moderne Spiritualität - ein Freifahrtschein zum machen was du willst? Von modernen Selbstverwirklichungsansichten, Triggern und Mitgefühl

Ausleben und machen wonach dir gerade ist, denn, wenn es jemand anderem Schmerz zufügt, dann ist das ja nur sein Thema, was er noch nicht erlöst hat vs. das Mitgefühl, was in allen Religionen und heiligen Schriften an oberster Stelle steht - "Behandle deine Mitmenschen wie du selbst behandelt werden möchtest", "Füge anderen Menschen kein Leid zu" - Ein Apell, mich vom egozentrierten/spirituell begründeten rücksichtslosen Verhalten hin zum Mitgefühl - zu einem "Bewahrer" zu wandeln.

Ich beobachte immer wieder, dass in der spirituellen Scene, wenn es jemandem mit einer Situation nicht gut geht, gesagt wird, "das ist sein Trigger ", und damit ist es sein Problem, ich muss mich deswegen ja nicht einschränken, es geht ja nur darum, dass ich mich komplett in meinem "Sein" verwirklichen kann - was oft bedeutet, "ich will einfach machen wonach mir gerade ist, meine Energie fließen lassen, mich gut fühlen."
Schon das neumodische Wort Trigger, scheint mir eine Entschuldigung dafür zu sein, nicht mitfühlend zu sein. In mir assoziiere ich dieses Wort nicht mit Mitgefühl, eher, "da hat jemand ein Problem" das muss der selbst lösen. Je mehr ich darüber nachdenke, scheint mir das allerdings nicht der optimale Umgang damit. Mir kam folgende Metapher:

Stell dir einmal vor, du sitzt mit Menschen zusammen am Tisch, einer hat eine offene Wunde am Arm, und jemand fängt an Salz in diese Wunde zu streuen (im Optimalfall natürlich aus versehen..). Der betroffene fängt an zu schreien, es brennt. Natürlich würden alle alles daran geben, dass nicht weiter Salz in die Wunde gestreut wird, dass die Wunde richtig umsorgt wird, eine Umgebung geschaffen wird, in der es der Wunde gut geht - außer die Menschen wollen die Person loswerden/ihr schaden. Was passiert denn dann? Die Wunde verheilt, und ist nicht mehr empfindlich - von hier, ist es komplett egal, wenn mal wieder Salz auf die betroffene Stelle gestreut wird - es brennt nicht mehr, es ist geheilt. Das ist das Geschenk von Rücksichtnahme/Mitgefühl, es ermöglicht uns allen miteinander in Harmonie zu sein.
Die offene Wunde steht natürlich für eine Verletzung in uns, das was uns triggert, ist das Salz was hineingegeben wird. 

Wenn jemand am Tisch sitzt und "getriggert" ist, dann ist das, als hätte er eine Wunde, in die in diesem Moment Salz gestreut wird. Bemerken wir, dass hier jemand leidet, weil hier gerade am Tisch in eine blutige offene Wunde Salz gestreut wird (kann man sich wirklich genau so vorstellen), was mache ich denn dann? Ich höre natürlich auf weiter Salz in die Wunde zu streuen, das heilt ja die Wunde nicht, das verursacht nur noch mehr Schmerz. Was heilt die Wunde? Wenn wir uns dieser Wunde behutsam und liebevoll zuwenden uns um sie Sorgen, ihr geben was Sie braucht, anstatt Sie weiter mit Unrat zuzuschütten. Das entspricht auch allen Spirituellen Lehren „du sollst kein Leid zufügen“ - keine Lehre auf der Welt sagt "Sei die Person, die alle verletzt/triggert, und rede dir ein, dadurch vollbringst du Gottes Werk". Auf den Trigger übertragen würde das bedeuten, dass ich immer mehr Gewahrsein darüber kultivieren möchte, ob ich jemandem gerade Salz in eine Wunde streue. Mich erinnern, Sie heilt nicht, indem ich weiter mit diesem Verhalten fortfahre. Sie heilt, wenn ich mich angemessen um Sie kümmere – Sie anerkenne, Ihr Raum gebe. Das heißt nicht, dass ich oder jemand gezwungen wäre sich dauerhaft anders zu verhalten, wenn die Wunde einmal richtig anerkannt wurde, dann kann es ja nicht mehr triggern.
Die Grundlegende Frage über die ich reflektiere ist mehr: Welcher Umgang ist wirklich erstrebenswert? Mein eigenes Zeug einfach durchziehen, ohne Rücksicht, oder Mitgefühl? Möchte ich jemand sein, der zur Heilung beiträgt, oder folge ich anderen Überzeugungen, die eine Wunde mehr brennen lassen?
Aus diesem Gedanken sind für mich zwei mögliche Wege entstanden: 
1. Den Weg der Zerstörers
Der sein Ding durchzieht, ohne Rücksicht auf andere, damit Menschen enttäuscht, sie schmerzhaft dazu zwing, sich von der Suche nach Sicherheit im Außen zu lösen, die einzige Sicherheit in sich zu finden. Hilft sicher spirituell, aber scheint irgendwie nicht wirklich Vertrauen in die Beziehung zu bringen.

2. Der Weg des Bewahrers
Der Rücksicht auf andere nimmt, den Thematiken seine Präsenz schenkt, bis Sie geheilt sind. Hier scheint mir Wachstum möglich, während eine Beziehung bewahrt bleibt.